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11.7.1948
Lieber Eduard! Die besten Sonntagsgrüße sendet Dir
Dein Freund Jupp. Habe Deinen Brief vom 20.6. be-
bereits am 5.7. erhalten und danke Dir vielmals dafür.
Daß Dir jetzt die Zeit zum Schreiben ziemlich knapp
ist, kann ich vollkommen verstehen. Weiß ja sel-
ber wie es jetzt rund geht in dieser Jahreszeit.
Ich freu mich jedenfalls daß Du gesundheitlich noch
auf der Höhe bist. Gleiches kann ich auch von mir be-
richten. Nun die Neuigkeiten von hier. Otto Schneider ist
wieder im Lager, da Barlin amgelöst ist. Emil
ist ja jetzt zu hause. Der ist mir Peter Rochlus an einem
Tag, am 25.6. entlassen worden. Wie Niklaus mir vor
hin sagte sollen sie schon am 29. zu hause gewesen
sein, wie seine Mutter schrieb. Den Brief den Du Ihm
seiner Zeit geschrieben hast, hat er mir gezeigt, aber
dann nichts mehr davon erwähnt. Jedenfalls hat er
es verstanden und ich gönne es ihm. Ihr werdet Euch
jetzt nach der Währungsreform ja auch etwas schwert um
stellen müssen. Aber es hat doch seine Vorteile gehabt
man so im Radio hört. Hoffendlich kommt daß
dicke Ende nicht noch nach. Daß die Vergnügungssucht mal
einen Dämpfer bekommen hat ist nicht zu bedauern.
Was das getrieben wurde spottete ja jeder Beschreibung. Das
soll uns von der Heimkehr auch nicht hindern. In der
Hoffnung das es bald so weit ist verbleibe ich mit den
herzlichsten Grüßen und auf ein baldiges Wiedersehen Dein Freund Jupp