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25.4.1948
Lieber Eduard! Vielen Dank für Deinen Brief vom 4.4.
den ich am 20. erhielt. Gesundheitlich ist bei uns noch
Alles in Ordnung, was wir auch von Dir hoffen. Das Wetter
ist auch wunderbar, leider haben wir zu wenig davon.
Über die Ostertage hab ich Dir ja bereits im vorher gehenden
Brief berichtet. Daß Dir zu hause der ganze Rummel noch
nicht richtig zusagt, glaube ich Dir gerne, mit uns wird
auch nicht viel besser werden, wenn wir mal wieder daheim
sind. Aber damit hat es ja noch gute Weile. Ab 1. sollen
wir zum Depot 15 kommen da 11 aufgelöst wird. Morgen
erhalten wir auch wieder 300 Verstärkung aus Marles. Alle
Anzeichen sprechen dafür, daß wir bei der Entlassung das Schluß-
licht bilden werden. Aber damit haben wir uns ja schon abge-
funden. Hier wurde vor 14 Tagen eine Radio-Reportage auf-
genommen die in KriegsGefangenenSendungen sonntags über-
tragen wird. Der erste Teil kam bereits am 18.4. durch.
Da kannst Du ja mal aufpassen, Du kannst ja die Ver-
hältnisse. Von dem Grubenunglück hier, hast Du wohl auch
gehört. Es war 7 Kilometer von uns im Camp Lens. Heute konnten
wir noch den Rauch der brennenden Zeche beobachten. Drei
unserer Kumpels mußten leider auch dran glauben.
Das wären für heute mal wieder alle Neuigkeiten.
Dir alle Gute wünschend, grüße ich Dich im Namen
Aller Eifeler, Moseler und was sonst noch so drum und dran hängt
in alter Treue Dein Freund Jupp