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Nordfrankreich, den 18. Dezember
Liebe Familie Retterath
Soeben von meiner täglichen Arbeit zurückgekehrt,
ins Lager, will ich mir erlauben Euch vielmals zu
grüßen. Ich bin der Kamerad Emil Retterath
von Boos, der Euch durch Eduard wohl bekannt
sein muß, da ich schon mal ein Gruss mitbeigefügt
habe. Wie die Tage nun hier ist, alles wir vordem als
Edi noch bei uns war, so ist doch seit dem Tage wo
er sich selbstständig machte, schon eine gewisse Zeit
vergangen, und so hab ich auch bis zum heutigen
Tage noch nichts von Ihm oder über Ihn erfahren
können. Ich habe Ihm beim Abschied das grosse Glück
gewünscht, und hoffe auch heute mal dass es Ihm
zuteil geworden ist. So hätte ich an Euch die Bitte,
mir mal nähre Nachricht, zukommen zu lassen, wenn
auch durch die Blume, ich hoffe Ihr versteht mich,
sodaß ich mein Schreiben beschließen kann,
nicht um Euch vorher aber noch viel Glück zu
kommenden neuen Jahr zuwünschen, dass Euch
das Wiedersehen mit Allen, Euren Söhnen er-
möglichen möge! Mit herzlichem Gruss
verbleibt Ihr Emil Retterath