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Frankreich, 16.2.1947
Liebe Eltern und Geschwister!
Die besten Sonntagsgrüsse sendet Euch allen Euer Sohn
und Bruder Eduard. Bin noch gesund und munter, was
ich auch von Euch allen hoffe. Habe seit dem 9.2. noch
keine Post von Euch erhalten. Von den Päckchen die Ihr
schicken wolltet, habe gestrichen ich auch noch keines erhalten.
Hoffe doch bald mal wieder etwas zu erhalten. Von Hermann
erhielt ich auch eine Karte. Habe ja immer gedacht
er werde mir wohl recht bald von zu Hause schreiben,
aber leider ists noch nicht so gekommen. Nun hoffe ich ja
auch Euch im Sommer wiederzusehen. Man spricht
zwar viel hier von einer baldigen Entlassung. Hoffentlich
wirds diesmal wahr. - In der letzten Zeit haben wir
hier auch ziemlich starkes Frostwetter. Das soll aber nicht
besagen, dass Ihr was an Bekleidung schicken sollt. Zum
Anziehe habe ich schon genug. Was gibts bei Euch
denn für Neuigkeiten? Hat Albert wieder mal geschrie-
ben gestrichen und wo arbeitet Müllers Rudolf denn jetzt?
Nun mal abwarten ob sich bis zum Frühling noch was
macht mit Entlassung. Wenn nicht, dann ist's ja auch dann
noch früh genug. Wofür, wisst Ihr wohl. Nun seid noch-
mals recht herzlich gegrüsst von Euerm Eduard.