Brief vom 24. Dezember 1946

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CORRESPONDANCE DES PRISONNIERS DE GUERRE

Lettre-Réponse / Rückantwortbrief

Nord

A

ANFamilie Johann Retterath (Schmied)

Lieu de destination

Empfangsort Herresbach / Post Virneburg

Rue

Strasse Haus Nummer 1

Arrondisement

Kreis Mayen/Eifel

Département:

Landesteil, Provinz, u.s.w. Rheinland

EXPÉDITEUR - ABSENDER

NOM ET PRÉNOM:

Vor- und Zuname Eduard Retterath

No matricule:

Gefangenennummer 1448565

Dépôt no

Lager 11

Désignation:

Lager-Bezeichnung D-5

Barlin (Pas de Calais)

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Frankreich, 24.12.46

Liebe Eltern und Geschwister!

Recht herzliche Weihnachtsgrüsse sendet Euch allen Euer Sohn und Bruder

Eduard. Leider sollte es diesmal nicht so sein, dass wir dies hohe Fest

alle beisammen in der Heimat feiern konnten. Und trotzdem dürfen wir nicht

traurig sein und wenn wir es in grösster Einsamkeit verbringen müssten.

Denn für uns Christen hat dies hohe Fest, das doch das Fest des Friedens

und der Freude sein sollte eine ganz andere Bedeutung wie für die übrige

Menschheit, die wohl vielleicht auch jetzt die Weihnachtslieder mit uns singt

aber doch deren und des Festtags richtigen Sinn und Bedeutung nicht

richtig begreift noch begreifen will wie es heute bei der sogenannten

"Modernen Welt" der Fall ist. Was ist es doch eine grosse Gottesgabe Katholik zu

sein! Ja meine Lieben, im Laufe der Jahre hat man doch die Welt mit

all ihrer Schlechtheit und Ungerechtigkeit kennen gelernt. Und da gilt's

ganz besonders sich an den Herrgott zu halten der doch alles

so wunderbar zu lenken weiss. - Wie wäre es doch so schön, wenn wir

uns nochmal so recht aussprechen könnten. Gebe der Herrgott dass wir uns

recht bald alle gesund wiedesehn. Auf ihn allein wollen wir vertrauen,

wenn's auch schon mal nicht grad so leicht zu sein scheint, denn auch

er weiss seine Gläubigen einst ewig zu belohnen.

Euern Brief vom 30.11. habe ich dankend erhalten. Entschuldigt bitte

die schlechte Schrift, da es diesmal nicht anders geht. Habe nämlich

Montag einen kleinen Unfall an einem Finger gehabt. Beim Absprin-

gen von einer Lokomotive bin ich mit 1 Finger hängen geblieben. Hätte

ihn ja leicht ausreissen können, aber es hat nochmal gut gegangen. Bin

gleich zum Hospital gegangen, gestrichen wo es gleich genäht wurde. Da habe ich

jetzt wenigstens mal was Frei für einige Tage. Zum Schluss wünsche

ich Euch und allen Verwandten ein gottgesegnetes Neujahr. Euer Eduard