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Liebe Eltern und Geschwister! 28.10.1945
Herzliche Grüße aus französischer Gefangenschaft
sendet Euch allen Euer Sohn und Bruder Eduard.
Bin noch gesund und munter, was ich auch noch
von Euch hoffe. Nun feiern wir ja bald wieder Weih-
nachten und wieder können wir dieses schöne Fest
nicht mit Euch zusammen in der Heimat feiern.
Ja, der Krieg hat die Menschen alle unglücklich
gemacht. Aber wir wollen all dieses Leid mit Geduld
ertragen, es wird wohl nochmal besser werden.
Um mich braucht Ihr Euch keine Sorge zu machen, ich
komme schon durch. Ich weiss wohl dass es Euch nicht
leicht ist das wir Junges alle weg sind, aber da
lässt sich nun einmal nichts dran ändern. Wir wollen
nur fest auf unsern Herrgott vertrauen, er wird schon
alles zum Besten lenken.
Nun, was gibt's denn Neues bei Euch? Die letzte Post von
Euch war vom 26.1.45. Hoffentlich sind Albert und Hermann
gut durchgekommen. Wie Ihr seht bin ich jetzt nicht
mehr beim Engländer und habe ja auch eine andre
Adresse. Zum guten Schluss möchte ich die liebe Mutter noch
recht herzlich zum Namenstag gratulieren und hoffe
dass sie es auch noch mal leichter kriegt. Grüsst mir
bitte alle Verwandten. Auf ein baldiges Wiedersehn Euer Edi