Brief vom 1. Oktober 1944

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Leutnant Kohn Im Felde, 1.X.1944

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Sehr geehrter Herr Retterath!

Ich muss Ihnen die schmerzliche Mittei-

lung machen, dass Ihr Sohn, der

Kanonier Eduard Retterath

bei den schweren Kämpfen an der Westfront

vermisst ist.

Infolge der ungünstigen Kampf-

lage musste sich die im Raum Falaise -

Argentan eingeschlossene Einheit durch die feindli-

chen Linien durchkämpfen. Nachdem Ihr Sohn

noch am 18. August gesund und unverwundet

das letzte Mal gesehen wurde, fehlt von ihm

jede Nachricht. Es ist damit zu rechnen dass

er mit anderen Kameraden in englische Gefangen-

schaft geraten ist.

Die Einheit verliert in Ihrem Sohn

einen auf das Beste im Felde bewährten Soldaten.

Sein Schicksal findet allgemeine Anteilnahme.

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Ich weiß, dass die augenblickliche Ungewiss-

heit für Sie bezüglich des Verbleibs Ihres Sohnes

sehr schmerzlich ist. Ich bitte Sie jedoch die Hoff-

nung nicht aufzugeben, dass Ihr Sohn wieder ge-

sund zurückkehrt.

Zu weiteren Auskünften stehe ich Ihnen

jederzeit zur Verfügung.

Kohn

Leutnant