Brief vom 13. August 1944

Wehrmacht ← Alle Wehrmacht-Briefe

Seite 1

Seite 1

Ort.Ungenannt 13.8.

Liebe Eltern und Geschwister!

Herzliche Sonntagsgrüsse sendet Euch

allen Sohn und Bruder Eduard. Hoffe

dass Ihr noch gesund und munter

seid, was bei mir noch der Fall ist. Er-

hielt heut mit Dank Euren Brief

vom 30.7. Bei Euch gibt's ja auch wieder

viel Neues. Nun ist Willibald leider

auch schon gefallen. Die haben nun auch

schon genug Krieg gehabt. Rudolf schrieb

mir auch heut von . Bei denen geht's

auch heiter zu. Wie's bei uns geht ist

nicht zu beschreiben. Die Zahl der Flieger

wächst täglich. Man kann wirklich

Seite 2

Seite 2

froh sein wenn mal einige Sekunden,

nicht mehr Minuten kein Flieger über

einem ist, dass man was Wasser holen

kann zum Waschen oder Pferdetränken.

Auf das kleinste Wesen stürzen sie sich

los. Haben Vorgestern Nacht wieder gestrichen

von St. Germain weggemacht, so gehts immer

etwas zurück. gestrichen

Hier

werden wir auch nicht mehr lange blei-

ben. Hier ist's abern och viel besser wie Vorne.

Den Gegner werden wir trotzdem siegreich

schlagen, wenn er auch wie man hört uns

einkesseln will. Leider ist er schon bis

Orleans vorgestossen. Das wird wohl die

PS. Wort -Leider- soll Zensur täuschen!

(März 1991)

ER

Seite 3

Seite 3

lauteste Schlacht geben die je gewesen

ist. Da ist doch allerhand drin. Es wird

wohl damit das Kriegsende bald kommen und

unser Endsieg sein. Überall wo man hier

hin kommt ziehen die Zivilisten aus.

So wird doch manches Völklein durch-

einander gewürfelt. Hoffen wir dass

das Kriegsende bald wieder kommt und

wir uns alle gesund wiedersehn.

Das Essen ist jetzt ja wenig, aber man kann

schon zu not auskommen. Ihr werdet doch

seicher auch 'ne Frankreich-Karte haben.

Schickt bitte etwa so ca 1 1/2 Klebestreifen

für meine Karte zu kleben weil sie schon

zu viel gebraucht ist.

Seite 4

Seite 4

Was schreiben Hermann und Albert

denn noch? Hoffentlich kommen sie auch gut durch

diesen Krieg. Wenn es nun einmal

so sein soll, dass es einen treffen soll

dann muss man sich halt darin

fügen. unleserlich Habe heute den ersten von

unserer Gegend getroffen. Ich ging

heute Mittag Wasser suchen, da unleserlich

unleserlich kam mir einer so bekannt vor und

da wars von Oberbaar Strohte Josef oder Bernd.

wie er heisst, der grosse etwas schrullere. Will

nun mein Schreiben beenden und somit

lasst Euch herzlich grüssen von

Eurem Sohn und Bruder

Eduard