Brief vom 28. Juli 1944

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Ort.Ungenannt 22.7.44

Liebe Eltern und Geschwister!

Herzliche Abendgrüsse sendet Euch allen

Sohn und Bruder Eduard. Erhielt die

Tage mit Dank Eure 2 Briefe vom 10. +

13.7. Bin noch bei voller Gesundheit

und hoffe das Gleiche auch von Euch.

Von Albert und Hermann erhielt ich

auch Post! Die Verpflegung

wird auch alle Tage schlechter. Trotzdem

wir Verpflegungssatz 1 haben, ist

sie doch noch schlechter wie 3 was

wir im Süden hatten. Habe bis

jetzt noch immer Butter gehabt

die ich auf dem Marsch nach hier

gekauft habe. Diese ist nun auch

alle. Man kann aber noch vom

Rechnungsführer Ölsardinen kaufen,

pro Döschen 3,25 Mark. Aber ich komme

schon durch. Abends gehe ich öfters

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schon mal Milch holen zu den Bauern.

Diese sind nicht evakuiert worden

wie die anderen Zivilisten. Es gefällt

mir ganz gut bei Fahrern. Der ganze

Dienst ist doch meist Pferdepflege und

Füttern. Es wird öfters ausgewechselt

dass wieder einige nach vorne müssen.

Wenn man dort ist gehts doch noch anders

zu wie hier. Der Dienst ist derselbe, aber

unleserlich dort schiesst der Tommi

sehr stark hin mit seiner Artillerie.

Bei uns kommen mehr die Flieger. Den

ganzen Tag ist ein Surren und Brummen

in der Luft und dazwischen schiesst

dann noch die Flak. Dann fliegen aber

nur die Splitter so rum in der Luft,

Von Juli das Postgeld habe ich noch nicht

erhalten. Mit der Heuernte werdet

Ihr wohl bald fertig sein. Hoffen

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wir das der Rummel bald ein

Ende nimmt. Das kann ja nicht

ewig so weiter gehn. Es grüsst Euch

zum Schluss vielmals Euer Sohn und

Bruder

Eduard