Brief vom 12. Juli 1944

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Ort.Ungenannt 12.7.44

Liebe Eltern und Geschwister!

Die besten Grüsse sendet Euch allen Eduard.

Wir befinden uns jetzt etwa 40 Kilometer hinter

der Front. In 2 Tagen werden wir wohl dort

sein. Von [...] an konnte man das

Schiessen der Artillerie hören. In den letzten

Tagen ist ein richtiges Trommelfeuer im

Gange. Die Flieger hausen sehr wild hier.

Tag für Tag sieht man Zivilisten zurück-

ziehen weil alles geräumt werden muss.

Obst gibt's hier genug wenns mal reif ist.

Jetzt schmieren wir die Butter dicker

auf's Brot wie die dicksten Herren.

Die Adresse von Onkel Peter habe ich mir aufgeschrieben

Geld schickt keins mehr wir können doch

nicht's mehr gebrauchen. Schaut mal im

unleserlich Briefumschlag. Hier ist's wieder

viel viel kühler wie im Süden. Die ersten

Tagen haben wir so zu sagen gefroren.

Will nun schliessen in der Hoffnung auf

baldiges Kriegsende. Es grüsst Euch all

recht herlich Sohn und Bruder

Eduard

Mein Rosenkranz ist ganz kaputt schickt

mal wenns geht einen Neuen.

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