Brief vom 22. August 1943

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den 22.8.43

Liebe Eltern und Geschwister!

Herzliche Sonntagsgrüße sende Euch allen

Eduard. Habe Euren liebe Briefe vom 16.8.,

und 18.8. mit vielem Dank erhalten.

Wie ich daraus entnehme, muß Hermann

ja auch zur Heimatflak. Hoffentlich kann

er in der Zeit zwischendurch noch was lernen.

Er soll sich nur nicht zuviel drauf

freuen. Mit dem Einberufen sich Sie

doch schon weit vor. Es sind ja noch alles

Kinder die nurnoch mehr Dummheiten im Kopf

haben als sonst was. Hoffentlich gewinnt

dieser Jahrgang den Krieg, sonst ist's

aus. Wie man uns hier gesagt hat,

haben wir auf Sizilien einen siegreichen

Rückzug, der wohl erstmalig in der

Geschichte gewesen sei, gehabt, unleserlich unserer Führung

sei es gelungen das ganze Herr mit Material

so geordnet zurückzuführen, das wir keine

Verluste dabei hatten. Hoffentlich wirds

nicht zu schlimmm mit den Fliegern.

Wir werden Ende dieser Woche von hier

abhauen. Ich habe Euch ja schon geschrieben

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daß Ihr meine Kleider schicken sollt.

Gestern hats hier noch mal Regen gegeben,

mit der Hitze war's bald zu schlimm.

Habt Ihr auch Weizen dieses Jahr? Hoffent-

lich erhaltet Ihr das letzte Päckchen Nr. 19

mit den 4 Filmen, 1 Drückschalter und

sonstigen Sachen. Hier ist's mit Obst

soweit zu Ende, es gibt noch welches

zur kaufen, aber die Bäume sind bereits

leer. Wenn wir noch in Bayonne gewe-

sen wären, dann hätte ich schon mal

was geschickt, da gab viel mehr. Das

war schon was weiter vom Meer, hier

in den Dünen wächst nicht viel. Da

gabs jeher sehr viele Baumnüsse und

Feigen, dort hatte man eher Gelegenheit

zum Klauen, wenn man es kauft

ist es sehr teuer. Wir werden noch einige

Tage zur Baustelle gehn und dann werden

wir bald packen. Ich denke daß wir dann

ungefähr am 20 September entlassen werden

in Winkhausen. Es grüßt Euch vielmals

Eduard